FREERIDE ESPANA: Martin Webrant und Reine Barkered in den spanischen Pyrenäen
Hier bei Black Diamond dreht sich alles ums Abfahren. Deshalb haben wir alles daran gesetzt, Skifahrer wie Reine Barkered und Martin Webrant in unser Team zu bekommen. Jedes Jahr gehen diese Jungs auf Freeride-Beutezug, um fetten Powder und große, schnelle Lines zu finden. Diese Jungs sind perfekt, um sie in unserer Freeride-Brochüre 2010 vorzustellen - besonders nachdem sie für einen zweiwöchigen Trip von ihrer schwedischen Heimat bis hinunter nach Spanien gereist sind, um es knallen zu lassen...
Im Folgenden findet ihr den Bericht von Webrant, den er für unsere Freeride-Brochüre 2010 geschrieben hat. Wenn ihr diese Brochüre bekommen wollt, schickt unserem Kundenservice-Team eine email an ski@blackdiamond.eu - sie schicken euch ein druckfrisches Exemplar!
Wenn ihr einen Blick auf die Ausrüstung werfen wollt, die Martin Webrant und Reine Barkered während ihrer Spanien-Tour benutzt haben, klickt hier.
FREERIDE IN SPANIEN
von Martin Webrant
Es war Mitte Februar als mein bescheidener Freund und Fotograf Martin Söderqvist und ich das sonnige Colorado verliessen, um uns mit Reine Barkered in den spanischen Pyrenäen zu treffen. 35 Stunden später, nachdem wir all unsere fünf gebuchten Flüge verpasst und eine vierstündige Autofahrt vom Flughafen hinter uns gebracht hatten, erreichten wir unser erstes Quartier. Als wir im Hotel ankamen war Reine schon da und empfing uns mit Bier aus der Minibar. Er freute sich, uns zu sehen - er wusste schon, dass die kommende Woche voller Spass und viel guter, gemeinsamer Zeit auf Ski sein würde. Das wussten wir natürlich auch - nach all den Wintern, die wir gemeinsam auf den unterschiedlichsten Bergen dieser Welt verbracht hatten...
Am nächsten Morgen erwachten wir in dem charmanten, alten Städtchen Jaca - bereit für die Fahrt nach Astun, einem kleinen Skigebiet im westlichen Teil der spanischen Pyrenäen, unweit der französischen Grenze. Im Auto, auf der Fahrt hoch in die Berge, waren wir alle gespannt und aufgeregt und fragten uns, was Spanien drei Freeridern mit fetten Ski wohl zu bieten hat? An unserem ersten Skitag hatten wir das Glück von strahlend blauem Himmel umgeben zu sein. Wir hatten eine perfekte Sicht und ein 360°-Panorama auf die spektakuläre Bergwelt: Um uns herum ragten mächtige, schneebedeckte 3000er in den Himmel, tief unter uns lagen die grünen Täler. Außerdem waren wir die einzigen, die abseits der Pisten unterwegs waren. Wir hatten also all den guten Schnee und die tollen, leicht zu erreichenden Abfahrten ganz für uns alleine! Wir mussten meist nur ein kleines Stück aufsteigen oder traversieren - und endeten weit unten auf einer Piste oder an einem Lift... Nach zwei unglaublichen Tagen, an denen wir alle Abfahren weit und breit erkundet hatten, verbrachten wir den letzten Tag in Astun mit Wolken und schlechtem Wetter. Trotzdem fuhren wir noch ein schönes Face mit ein paar guten Schwüngen, bevor wir weiterzogen: Es sah nach einem leichten, steilen Aufstieg aus, in dem bereits Skischuhspuren waren - aber keine Abfahrtsspur. Yeehaa! Zuerst wunderten wir uns - es schien, als wäre ein Mann mit drei Meter langen Beinen den Berg hochgelaufen. Wir konnten diese riesigen Fussstapfen einfach nicht verstehen. Aber dann realisierten wir ziemlich schnell, dass die Person, die die Spur angelegt hatte, in der selben Spur wieder abgestiegen war - und dabei die schrecklichste Aufstiegsspur kreiert hatte, die man sich vorstellen kann. Ahhrgg! 45 anstrengende Minuten später erreichten wir den Gipfel, bereit unsere Spuren in das weisse Schneefeld unter uns zu legen. Wir alle droppten von sorgfältig ausgewählten Einstiegen in das Face und zogen in weiten, schnellen Turns und mit breitem Grinsen nach unten. Das Face war den mühevollen Aufstieg allemal wert und jetzt hatten wir das Gefühl Astun guten Gewissens verlassen zu können. Also fuhren wir runter zum Parkplatz, wechselten die Klamotten und stiegen in unseren Mietwagen - das Wort „überladen" bekam eine völlig neue Dimension - und machten uns auf den Weg nach Osten, zu unserem nächsten Ziel, Formigal. 
Formigal liegt in einem Seitental, nur 20 Kilometer östlich von Astun. Das schlechte Wetter war also schon im Anmarsch - und erwischte uns voll. Normalerweise fährt man bei schlechtem Wetter zwischen den Bäumen herum. Das Dumme an Formigal war, dass es hier nur etwa 30 Bäume gab - die sich über den ganzen Berg verteilten. Wir fuhren also zwei ganze Tage im Blindflug durch den Schneesturm. Das Gute daran war, dass wir an unserem dritten und letzten Tag in Formigal 40 Zentimeter Neuschnee vorfanden. Als die Sonne rauskam, schöpften wir das Terrain voll aus: Wir machten ein paar schnelle Runs abseits der Pisten aus in knietiefem Powder, bevor wir uns zu einem kurzen, aber steilen Hang aufmachten. Söderqvist fotografierte den Run von der gegenüberliegenden Seite aus. Von dort hatte er uns gut im Blick. Das Face startete mit einem kleinen Cliff und einer schönen, ziemlich engen Rinne. Wir beschlossen, die Abfahrt gemeinsam zu machen: Reine droppte zuerst in den Hang, ich fuhr nur ein paar Meter hinter ihm. Nach drei oder vier Schwüngen sah ich wie Reine explodierte - er fuhr mit Vollgas gegen einen Schneewall, machte einen Front-Flip und einen abrupten Stop im tiefen Schnee. Als ich neben ihm anhielt, schaute er mich mit einem fetten Grinsen auf seinem schneebedeckten Gesicht an und sagte lachend: „Den da hab' ich nicht gesehen!" Wir lachten beide, gaben uns „High five" und fuhren runter zu Söderqvist, der das ganze Spektakel gefilmt hatte. Dann kamen die Wolken zurück und bescherten uns schlechte Sicht und schwaches Licht. Wir beschlossen, genug Skigefahren zu sein und machten uns für die beiden letzten Tage auf den Weg nach Baqueira Beret, unserer letzten Station auf diesem Trip.
Wieder einmal wachten wir auf und sahen auf der anderen Seite der Fensterscheibe nur grauen Nebel und Wolken - ein neuer Tag mit Mistwetter. Am letzten Tag sahen wir Bagueira, das größte spanische Skigebiet, allerdings von seiner besten Seite: Mit blauem Himmel und einer Decke aus frischem Powder. Wir entdeckten ein super-cooles Terrain und taten unser Bestes, um ein gutes Stück vom Kuchen abzubekommen. Er schmeckte zuckersüß - aber ein Tag war definitiv nicht genug, um all die Köstlichkeiten zu probieren. Wir werden eines Tages also mit Sicherheit zurückkommen, um sie alle zu vertilgen!
- Martin Webrant





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