Black Diamond-Athlet Chris Webb Parsons gelingt während seines Bouldertrips durch Europa eine V15-Erstbegehung im schweizerischen Magic Wood
Black Diamond-Athlet Chris Webb Parsons erlebte im Herbst einen starken Bouldertrip durch Europa, vor allem an den Blöcken des berühmten schweizerischen Bouldergebiets Magic Wood. Nachfolgend findest du eine E-Mail und Fotos von Chris, die wir nach seiner Heimkehr in die USA erhalten haben, wo er seinen globalen Bouldertrip fortsetzen wird.

Nach meinem dreimonatigen Aufenthalt in Europa bin ich nun in den USA angekommen. Hier werde ich drei Monate bleiben und im März wieder nach Europa zurückkehren, um an den Weltcups teilzunehmen. Es war wieder einmal eine tolle Zeit in Europa und ich traf einige tolle Leute. Jedes Mal, wenn ich in Europa bin, reise ich ziemlich viel herum... anscheinend halte ich es nicht lange an einem Ort aus. Das ständige Herumfahren hat in Wirklichkeit jedoch etwas damit zu tun, dass ich immer auf der Flucht vor dem ewig schlechten Wetter bin.
Es gab unglaublich viel Schnee in der Schweiz, Deutschland und Österreich. Als gebürtiger Australier ist Schnee eigentlich was Tolles für mich. Allerdings habe ich inzwischen genug davon gesehen und freue mich, endlich wieder Fels unter den Fingern zu spüren.
Die längste Zeit habe ich im schweizerischen Magic Wood verbracht. Ich war auf früheren Reisen nach Europa schon öfters dort gewesen, aber ich kann irgendwie nicht genug davon bekommen. Eines der Highlights dieser Reise und ein Highlight meiner bisherigen Kletterkarriere war die Erstbegehung eines alten Projekts im Magic Wood. Ich nannte diesen Boulder Believe In Two und schlage V15 als Schwierigkeitsgrad vor. Believe In Two ist einfach ein total genialer Boulder mit perfekten Zügen. Ich finde, es ist eines der coolsten Probleme, das ich je geklettert bin. Die Züge machen richtig Spass und von dem Moment an, wo du abhebst bis zum Ausstieg ist es ein einziger Kampf, am Fels zu bleiben.
Nach unserem Aufenthalt in der Schweiz fuhren Alex und ich den langen Weg nach England, um meine Familie zu besuchen. Es war schön, die ganze Familie zu sehen und der Abschied fiel mir schwer, da ich wusste, dass wir uns nun lange nicht mehr begegnen würden. Anschliessend fuhren wir nach Fontainebleau - für mich eines der besten Bouldergebiete der Welt. Wir kamen dort an und fanden Schnee, Schnee und noch mehr Schnee. Wir gaben unser bestes, um ein wenig klettern zu können aber gegen den Schnee kamen wir nicht an. Also flüchteten wir nach Deutschland ins Frankenjura.
Nach unserer langen Reise dorthin fanden wir... nur noch mehr Schnee. Wir rannten ein wenig im Wald herum, um zu sehen, ob es irgendwelche trockenen Boulder gab. Aber fast alles, was wir fanden, war nass oder feucht. Also kochten wir uns ein Abendessen und spielten Karten bis wir einschliefen. Nach einer fürchterlichen Nacht mit Temperaturen von -5 Grad und einem schlechten Schlafplatz im Auto wachten wir mit noch mehr Schnee und Eis auf. Das Aussteigen aus dem Auto, um aufs Klo zu gehen, war schlimm, denn es war so kalt, dass es nichts gab, an dem man sich beim Pinkeln festhalten konnte (normalerweise gibt es was zum Festhalten, ehrlich).
Wir fuhren also nochmal los und konnten einfach nichts finden, was trocken war. Also gingen wir zu einer grossen Höhle, die wir von einer früheren Reise kannten. Wir kamen dort an und stellten fest, dass wir nicht die einzigen Kletterer mit dieser Idee waren. Es war gerammelt voll, aber es gab einiges zum Klettern. Die Bedingungen in dieser grossen Höhle waren nicht perfekt und es war eiskalt, sodass wir Schwierigkeiten hatten, uns aufzuwärmen. Mir gelang jedoch eine grossartige V12 mit dem Namen New School Rocks. Der Ausstieg von New School ist ziemlich hoch und war mit Eis überzogen, was den Ausstieg interessant und sehr beängstigend machte. Es hatte sich jedoch gelohnt, als ich endlich auf dem Dach der Höhle stand.
Wir wollten noch länger im Frankenjura bleiben, aber wegen der Kälte und Nässe reisten wir nach Österreich weiter, um alte Freunde zu treffen und zu trainieren, was nach dem vielen Essen in England dringend nötig war.
Obwohl das Wetter auf dieser Europareise so schlecht war, gelangen mir doch einige schöne Boulder. Hier meine Liste:
Believe In Two (V15) FA
Tough Times (V14) FA
Bella Luna (V13) FA
Tonfa (V13)
Steppen Wolf (V13)
Amber (V13)
Boogalagga (V13)
La Boule Direkt (V13)
Vecchio Leone (V13)
High Spirit (V13)
Zerberus (V13)
Drischiebl (V12)
The Riddler (V12/13)
New School Rocks (V12)
Apollo (V12)
Schule Des Lebens (V12)
Freak Brothers (V12)
Nana Bianca (V12)
Aldi Power (V12)
Jenseits Von Jena (V12)
Alphane Moon (V11)
Salamander (V11)
Serre Moi Fort (V11)
No Mystery (V11)
Astronautenfieber (V11)
Free For All (V11) Flash
Terminator (V11)
Aldi Power (V11)
Flubber (V11)
Nach Weihnachten in Dallas, Texas, fahre ich weiter nach Hueco Tanks, um mich dort an einigen Problemen zu versuchen. Momentan sind ziemlich viele meiner Landsleute dort versammelt und ich freue mich schon, einige gute Freunde zu treffen. Nochwas - bevor ich aus Australien abreiste, filmte ich ziemlich viel für einen australischen Kletterfilm mit dem Namen „Smitten". Hier findest du einen der Teaser mit Sequenzen von mir: http://vimeo.com/17598848




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