Journal



8. Jun. 2010, 12:00 Uhr

BD-Athleten Markus & Daniel Jung berichten über ihren Klettertrip in Siurana, Spanien

Die beiden Brüder Daniel und Markus Jung reisten im Frühjahr nach Siurana um ein paar noch offene Rechnungen zu begleichen. Dabei glückten ihnen - trotz Schnee und widrigen Bedingungen - zahlreiche Begehungen in den obersten Schwierigkeitsgraden. Hier ihr exklusiver Bericht:


Daniel Jung

Markus und Daniel waren dieses Frühjahr wieder in Siurana, da es noch die ein oder anderen Projekte gab, welche geklettert werden wollten.

Ein paar Routen die wir bei unserem Weihnachtstrip versucht hatten wollten wir jetzt noch mal angehen.

Markus pumpte sich die Arme in der langen „Patinoso" 8c/+ während Daniel sich die Zähne an einem kurzen Projekt im „La Capella" Sektor ausbiss.

Beim Markus ging es darum, für die gut 35m lange Linie erst einmal Ausdauer zu bekommen.
Daniel feilte noch etwas an den kräftigen Boulderzügen in seinem Projekt herum. Obwohl er die speziellen Züge zuhause trainiert hatte, war es doch noch ziemlich kompliziert die beiden schweren Züge zu verbinden.

So dauerte es noch einwenig bis Markus seine Audauer bekam und Daniel seine Züge perfektioniert... In „Patinoso" war es nicht einfach gute Bedingungen zu erwischen. Der Einstieg war häufig nass, was die ganze Sache recht unbequem machte. Als dann die Ausdauer und die Bedingungen passten stiefelte Markus die Linie bis auf die letzten Meter durch... Dort oben sollte er noch eine Überraschung erleben... Auf dem Felsen lag noch Schnee und das Schmelzwasser lief über die letzten Griffe. Dieses Problem konnte Markus über etwas kleinere aber trockene Griffe lösen, um dann doch noch glücklich oben im Schnee zu sitzen. Mit einem Punkt weniger auf seiner „to-do-Liste" verließ Markus den „El Pati" Sektor  und zog weiter Richtung Can Piqui Pugi. Nun stand „A Muerte" am Programm.

Daniel hatte sich zwischenzeitlich in dem immer schattigen Sektor „La Capella" mit eiskalten Temperaturen und blutigen Fingerkuppen zu vergnügen. Nach vielen Metern Tape, kalten Füßen und Händen hatte Daniel das Glück den Schlüsselzug, ein komplizierter Schnapper in ein Zweifingerloch, zu meistern und durchzusteigen. Auch er hatte das „Glück" seine heißen Finger im Schnee der Ausstiegsgriffe kühlen zu können. Der Eisklumpen um den Umlenker konnte gebrochen werden und das schöne Projekt, jetzt „Jungle Speed" 9a bekam seine erste Begehnung. Daniels mit Abstand schwerste Begehnung bisher.

Bei Markus ging es in „A Muerte" 8c+/9a steil zu und er bekam es hin zweimal beim Ausstieg über der Schlüsselstelle zufallen...

Markus Jung

Das ließ sich Markus natürlich nicht gefallen und machte zwei Tage später kurzen Prozess und stieg sie einfach durch!

Daniel versuchte derweil ein weiteres Projekt in „Grau del Massets", was ihm netterweise von Christian "Pinky" Winklmair überlassen wurde. Nicht sehr steil aber dafür mit weiten Zügen, scharfen Griffen und sehr technisch. Hier musste Daniel ganz tief in seine Trickkiste greifen um eine gute Lösung für sich zu finden.

Nach ein paar Experimenten, kam der spannende Durchstieg und Daniel konnte die Traumlinie „Xocolate Calent" 8c+ erstbegehen. Am gleichen Tag durfte sich auch Markus an der Linie rechts daneben, „Leche Caliente" 8c beglücken und nach wenigen versuchen durchklettern.

Des weitern hatte Markus noch seinen Spaß beim onsight in „La Crema" 8a. Daniel vergnügte sich noch mit „Lola Corwin" 8c  in vier Versuchen und nahm sich noch zwei onsight Begehungen mit nachhause, „Ramadan" 8b und „Memorias de una sepia" 8a.

- Markus & Daniel

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