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Joe Grant und die Distance Carbon Z Trekkinstöcke

Thursday, August 16, 2018
BD Athlet Joe Grant ist in Frankreich aufgewachsen und hat dort viel gelernt. Bergläufer sind dort schon seit Jahren mit Trekkingstöcken unterwegs. Als Joe aber vor einem Jahrzehnt seinen ersten Ultra in Oregon lief, konnten seine Mitstreiter nicht viel mit seinem französischen Flair und seinen Trekkingstöcken anfangen. Aber die Zeiten ändern sich. Heute sind Trekkingstöcke ein wichtiger und fixer Bestandteil beim Bergsteigen. Im Interview spricht Joe über die Hintergründe und über sein persönliches «Samuraischwert» - den Black Diamond Distance Carbon Z.
Video: Cole Taylor

 


 

Meinen ersten Ultra-Trail bin ich im Sommer 2007 gelaufen, den «Where’s Waldo 100k» in Oregon. Irgendwie habe ich den Cheforganisator damals, Craig Thronley, davon überzeugt, mich teilnehmen zu lassen, obwohl ich erst 24 war und noch niemals an einem Rennen teilgenommen hatte.

Mit einem Rucksack voll Proviant (genug für den gesamten Lauf) bin ich zum Start gekommen. Ich hatte ja noch keine Ahnung, dass alle 10 Kilometer richtige Buffets an den Aid-Stations auf mich warten sollten. Auffällig war auch, dass ich der einzige Läufer mit Trekkingstöcken war.
Ich bin in Frankreich aufgewachsen und war gerade erst in die USA übersiedelt. In Europa waren Trekkingstöcke bereits die Norm bei den langen Trail-Runs, während in Amerika mit Trinkflaschen in beiden Händen gelaufen wurde.
Etwas komisch kam ich mir ja schon vor, als sich alle nach der Ursache der ständigen Klick-Klacks meiner Stöcke umdrehten, aber ich war auf jeden Fall froh um sie, als während des Laufes mein IT-Band krampfte.

Bis sich Trekkingstöcke in der US-Szene etablierten sollte es noch einige Jahre dauern. Das Umdenken erfolgte teilweise als Antwort auf die Dominanz der europäischen Läufer bei Rennen wie dem Ultra Trail du Mont Blanc. US-Läufer begannen also die europäischen Methoden anzuwenden um ihre Performance zu steigern. Dazu kommt, dass Nick Clark, ein britischer Ultrarunner, der in die USA ausgewandert war, gern den Begriff «Zauberstöcke» verwendete, was den alten Wanderstöcken dann doch eine ordentliche Portion Coolness verlieh 

Die kulturellen Hürden haben wir also hinter uns gelassen und Trekkingstöcke sind Standardausrüstung bei Ultra-Trailruns geworden. Der wahre Grund dafür ist aber, dass die Vorteile der Quadrupedie (Fortbegewung auf 4 Beinen, Anm.) einfach schwierig zu leugnen sind.
 

Fotos: Andy Earl
 

Wenn ich sie brauche, hole ich sie in einer fließenden Bewegung aus meinem Rucksack, wie Samuraischwerter. Ich ziehe mich extreme Steilheiten hoch und balanciere auf felsigen Gipfelgraten. Manchmal schone ich meine Beine beim Bergablaufen und stürme Geröllhalden hinab als wäre ich im Tiefschnee mit Powderskiern unterwegs.

Heutzutage, jenseits des Flairs der frühen Waldo-Tage, verwende ich noch immer meine Stöcke auf der Reise durch die Berge. Sie sind leicht, stabil und haben ein kleines Packmass. Meine Anforderungen werden mehr als erfüllt. 
 

--BD Athlet Joe Grant


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