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SPRING 2016

Im Frühling setzt Black Diamond eine Onlinefilmreihe fort, die Geschichten über unseren Sport erzählt und teilt. BDTV bietet mehr als schöne Sonnenuntergänge und #vanlife, um das Leben von Kletterern, Routensetzern und Local Heroes zu erzählen, für die Klettern nicht nur eine Leidenschaft ist, sondern ein Lebensstil.

Von den steilen Felsen in Rifle, Colorado, bis hin zu den Wäldern von Fontainebleau reist BDTV um die Welt, um diese Menschen zu besuchen und die Freuden, Ängste, Entscheidungen und Opfer zu dokumentieren, mit denen sich alle begeisterten Kletterer auseinandersetzen müssen. Filme mit herausragender Kameraführung werden von Bildern renommierter Fotografen wie Mattias Fredriksson begleitet. „Wenn es um das Skifahren oder andere Actionsportarten geht, liegt das Hauptaugenmerk meistens auf der Action“, sagt Fredriksson, „bei BDTV geht es jedoch in erster Linie um die Geschichte“.

Abonniere unseren YouTube-Channel um keine Episode zu verpassen. Schau regelmässig vorbei, um Fotos, Artikel und Szenen hinter der Kulisse zu sehen. Die BDTV Filmtour wird in verschiedenen Kletterläden in deiner Nähe zu sehen sein (siehe unten).

Fotos: Mattias Fredriksson, Thomas Senf & Andy Mann
Videoaufnahmen: Spindle

Jacky Godoffe wurde im November 1956 in einem Dorf vor Fontainebleau geboren. Von früh an spielte der Wald eine wichtige Rolle in seiner Kindheit: als Ziel von Familien-Ausflügen und stundenlangem Erforschen von Wegen und Felsen. Jackys Mutter war Hausfrau, sein Vater arbeitete als Luftfahrttechnik-Ingenieur am Überschallflugzeug Concorde – ein Beruf, der Jacky mit Kulturen und Erfahrungen in Berührung brachte, die über das beschauliche Dorfleben in Frankreich hinausgingen.

Obwohl er zwischen den Blöcken von Fontainebleau aufwuchs, kam er zum Klettern erst in seinen 20ern. „Es war Liebe auf den ersten Blick,“ erinnert sich Jacky. „Ich begann drei Mal pro Woche zu klettern, und dann eigentlich immer.“ Als wettkampferprobter Turner machte Jacky bald Fortschritte, indem er seine physische Kraft mit dem Ehrgeiz verband, sich zu beweisen. „Ich wollte Grenzen überschreiten, weiter gehen und schwierigere Sachen machen als alles vorher dagewesene. Wenn ich an einem Wettkampf teilnahm, wollte ich gewinnen. Wenn ich harte Boulder probierte, wollte ich schwerer klettern als die anderen.“

Aber Jacky fand noch eine andere Motivation im Wald von Fontainebleau, die sich vom Wettkampfgedanken unterschied. „Beim Klettern,“ so Jacky, „merkte ich, dass mehr dazu gehört als nur die physische Seite. Da war Zweifel, und das hat mich gereizt.“ Die dem Klettern innewohnende Unsicherheit und die emotionale Überwindung verschaffte ihm das Gefühl etwas vollbracht zu haben, was er vorher im sportlichen Wettkampf nicht kannte. „Wenn es sicher ist, dass etwas zu bewältigen ist, berührt es mich nicht. Wenn aber der Erfolg nicht sicher ist, gibt es ein Risiko zu scheitern, und dieses Risiko macht die ganze Angelegenheit spannend und aufregend.“








„Es war Liebe auf den ersten Blick,“ erinnert sich Jacky.

Episode 5 Media Til6
Episode 5 Media Til6 Episode 5 Media Til6 Episode 5 Media Til6
An einem sonnigen Herbstmorgen steht Jacky barfuß auf den Matten der Karma Kletterhalle in Fontainebleau. Die Halle ist ein zweckmäßiger Bau aus Stahlträgern und Blech am Stadtrand, ein Gebäude in einer Reihe zerfallender Militärbaracken, die langsam vom Wald zurückerobert werden. Als Chefroutenbauer des französischen Kletter-Nationalteams arbeitet Jacky hier in einer eigens dem Wettkampftraining gewidmeten Bereich; er baut Boulder, die sowohl Körper als auch Köpfe der Athleten fordern.

„Es gibt kein Rezept für Kreativität,“ sagt er, als er erklärt, wie er eine neue Route entwirft. „Es gibt viele kleine Tricks, um die Kreativität zu stimulieren. Der erste ist, Spaß zu haben. Dann versuche ich etwas Überraschendes an die Wand zu werfen. Und wenn etwas Überraschendes entstanden ist, versuche ich die Bewegungen auszuarbeiten. Und dann passe ich die Schwierigkeit der Züge so an, dass sie den Menschen entsprechen, die sie klettern sollen.“

Später wird das französische Nationalteam zu Trainingszwecken einen Probe-Wettkampf klettern, und Jacky gibt seinen Bouldern den letzten Schliff. Den Kopf zur Seite gelegt und mit den Händen Bewegungen imitierend, sieht er eher aus wie ein Künstler als ein Sportler. Seine blassblauen Augen scheinen durch die Wand hindurchzuschauen, die unsichtbaren Möglichkeiten sehend, die hinter dem jeweiligen Problem oder dem ideengebenden Boulder draußen im Wald stecken.

Er steigt auf die Leiter, den Akkuschrauber in der Hand und ein paar Schrauben zwischen den Zähnen. So bewegt er sich von Boulder zu Boulder, entfernt hier einen Griff, fügt dort einen hinzu, dreht einen dritten. Er legt seine Hände auf die Griffe, prüft die Ausrichtung. Schließlich ist er zufrieden und springt hinunter auf die Matte. Wenige Minuten später hat er seine Turnschuhe und ein Crashpad geschnappt und ist unterwegs in den Wald.









„Es gibt kein Rezept für Kreativität,“ sagt er. „Dann versuche ich etwas Überraschendes an die Wand zu werfen."

Obwohl der Wald von Fontainebleau nur 60 Kilometer von Paris entfernt ist, ist er eine eigene Welt. Er umfasst 25.000 Hektar sanft geschwungenes Waldgebiet, erschaffen als Rückzugsort der Könige, bevölkert von Künstlern und geschützt als Naherholungsgebiet für Paris. Im Wald von Fontainebleau lässt sich natürliche Schönheit erfahren, er bietet den Rückzug von der Stadt.

„Der Wald ist wie die ‚Lunge von Paris‘,“ sagt Jacky. „Er war eine Quelle der Inspiration für Maler, Schriftsteller und später für Kletterer. Ich glaube es liegt nicht nur an den Felsen, sondern einfach am Wald.“ Tatsächlich findet sich hier eine verzauberte Stimmung. Ruhige Straßen winden sich durch die Hügel, gesäumt von stattlichen Ulmen; und Wege – wie der Sentier Denecourt, der 1840 markiert wurde – führen zu den tausenden Felsformationen des Waldes.

Dass die Boulder mit ihren glatten Sandsteinwänden und virtuosen Leisten anspruchsvolle Lehrmeister für Kletterbewegungen waren. „Dabei waren sie für lange Zeit nur eine Möglichkeit, um etwas anderes zu üben - jetzt stellen sie eine eigenständige Disziplin,“ sagt Jacky. „Hier zu klettern ist genug.“

THE BDTV FILM TOUR


Join us for free beer, food and the premiere of the first season of BDTV. At each stop of the BDTV Film Tour, we'll screen the next three episodes of BDTV, host a slideshow by a Black Diamond athlete and hold a raffle for Black Diamond gear and apparel.

TOUR DATES

NORTH AMERICA 
April 14, 2016 – Black Diamond Store: Salt Lake City, UT 
April 16, 2016 – Calgary Climbing Centre: Calgary, AB 
April 21, 2016 – Outdoor Gear Exchange: Burlington, VT 
April 21, 2016 – Wilderness Exchange: Denver, CO 
April 28, 2016 – Neptune Mountaineering: Boulder, CO
May 3, 2016 – Austin Bouldering Project: Austin, TX 
May 5, 2016 – Rock/Creek Outfitters: Chattanooga, TN 
May 12, 2016 – Feathered Friends: Seattle, WA 
May 12, 2016 – Momentum Indoor Climbing Lehi: Lehi, UT 
May 28, 2016 – Summit Hut: Tucson, AZ

EUROPE 
14 April 2016 — Balmelli: Lugano (CH) 
20 April 2016 — Bächli: Zurich (CH) 
21 April 2016 — Bächli: Basel (CH) 
22 April 2016 — O'block: Bern (CH) 
26 April 2016 — Addnature: Sthlm (SE) 
26 April 2016 — Terre de Montagne: Ville-la-Grand (FR) 
27 April 2016 — Sportsnett: Oslo (NO) 
27 April 2016 — Expé: Lyon at L'ESCALE (FR) 
28 April 2016 — Vertic Outdoor: Barcelona (ES) 
12 June 2016 — On Sight: Stams (AT) 
9 July 2016 — Naturzeit: Ludwigsburg (DE)  

 

Preperation
Preperation Preperation Preperation
DIFFERENT SUMMITS PRESENTED DIFFERENT CHALLENGES. Some, like Sylarna, were more technical. Simpler peaks were made much more challenging by bad weather: Henrik was nearly stranded on Väjrakliehpie (1036 m) when the batteries on both his watch and phone died, leaving him in a whiteout without GPS. Others were difficult only because of the approach. The most remote summit in the North of Jämtland, Sandfjället (1230 m), required a 40-kilometer approach each way.

“You get used to it after a while,” Henrik says of the long approaches. “You just have to pack up and start walking. If you put one foot in front of the other, you will get there sooner or later. And 16 hours, maybe it sounds like a long time, but there are some people working 16 hours a day, and that’s probably a lot harder than walking. I love the feeling of being on my own, the silence and the time to think.”

And while Henrik climbed many of the peaks alone, for the final peak he brought along all the people who had made the project possible. Having chosen Blåuhammeren—a relatively easy walkup with a well-equipped mountain hut near the summit—he invited family, friends, colleagues and ski partners along for a celebration. Henrik and his partner Matilda took turns pulling a sled with their son Mio bundled up inside. And on the summit, Henrik and Mattias Skantz popped champagne to celebrate.



“The project was about finding new things,” Henrik said the next day. “But you can find yourself in it. I’m another person now than six years ago.”

Words: Alex Hamlin
Photography: Mattias Fredriksson
Videography: Spindle