Back To Experience

QC Lab: Personal Anchor System – was bedeutet das eigentlich?

Thursday, Dezember 14, 2017
In dieser QC Lab-Fassung bietet Kolin Powick, Black Diamond Climbing Category Director, einen Einblick in die Welt der Personal Anchor Systems, auch PAS genannt. Wie sollte sie verwendet werden? Und was geschieht, wenn Sie FALSCH verwendet wird? Also schnallt Euch an und geht mit Kolin Powick und seiner QC Crew auf eine Reise durch die Welt der PAS.

Ich bin eigentlich noch von der alten Garde. Ich hänge mich beim Abbauen einer Sportkletterroute mit Karabinern ein, trage beim Sportklettern keinen Helm und sichere mich in einer einer Mehrseillängenroute nur über das Seil am Stand. Beim Abseilen verwende ich ein paar Bandschlingen als Selbstsicherung. Ich schleppe gerne möglichst wenig Ausrüstung mit mir herum, aber ich habe immer das Seil und die Schlingen – warum sollte ich sie also nicht einsetzen?

Images: Andy Earl

Früher wurden Daisy Chains als Selbstsicherung (häufig falsch!) eingesetzt. Die einzelnen Schlaufen der Daisy Chains sind mit 2 – 5 kN relativ schwach und das Potential, die Schlaufen falsch einzuhängen, ist ziemlich hoch:

Daisy Chains sollten wirklich nur zum technischen Klettern verwendet werden und nicht nicht als PAS zum Einsatz kommen.

Was sollen die Leute also tun? Während sich der Klettersport weiterentwickelt, ändern sich auch die Herangehensweisen. Vor allem das Konzept der persönlichen Absturzschutzsysteme hat sich in der nächsten Generation von Kletterern durchgesetzt. Und wie immer tauchen bei Veränderungen, bei neuer Ausrüstung oder neuen Techniken Fragen auf. „Trägt man das wie einen Bikini?“ (Expertenrat: Nein.) „Wie stark sollte ein Personal Anchor System sein?“ „Kann ich nicht einfach nur eine Daisy Chain verwenden?“ „Was geschieht, wenn ich in mein Personal Anchor System stürze?”

Ich höre häufig, dass Kunden sich über die Bruchfestigkeit der Methode Gedanken machen, mit der sie sich am Stand sichern. Kletterer scheinen sich überhaupt sehr auf die Bruchfestigkeit ihrer Ausrüstung zu fokussieren, wie zum Beispiel von Karabinern, Cams, einen Knoten usw., weil es leicht verständlich ist. Welche Ausrüstung ist die beste? Besitzt sie die volle Festigkeit?

Bei den verschiedenen Daisy Chain-Ausführungen ist die Bruchfestigkeit der einzelnen Schlaufen manchmal angegeben, und manchmal nicht. Manche besitzen eine Bruchlastgrenze von 22 kN wie z. B. das Black Diamond Link Anchor System, welches gemäss der EU-Norm EN566:2006 als „Bergsteigerausrüstung – Schlinge“ zertifiziert wurde. Denn, wie schon oben erwähnt, manche Leute stehen einfach auf starke Ausrüstung. Der wirklich attraktive Punkt an diesem Ausrüstungsgegenstand ist, dass jedes einzelne Glied in dieser Schlinge die volle Bruchfestigkeit besitzt, im Gegensatz zur herkömmlichen Daisy Chain, deren vernähte Schlaufen normalerweise schwächer sind.

On the chain-of-loops style, sometimes there are no rated loop strengths, and sometimes there are—some are even rated to 22kN, as is the case with the Black Diamond Link Anchor System which allows it to be certified to the EN standard EN566:2006 as a sling. Because as I mentioned above, some folks like strong things. The attractiveness of these is that each loop on its own is ‘strong’ as opposed to a daisy chain which has typically weak loops or pockets.

Bei Verwendung dieser Ausrüstung oder beim Einbinden/Einhängen in einen Stand, ist es wichtig zu verstehen, dass es um die SELBSTSICHERUNG geht. Diese Ausrüstung ist zum Schutz vor Absturz am Stand oder an einem beliebigen Anschlagpunkt gedacht, z.B. für den Fall, dass Du ausrutscht oder Dich zum Sichern in deinen Klettergurt setzen musst. Das ist alles. Diese Ausrüstung ist NICHT darauf ausgelegt, einen STURZ aufzufangen. In der Praxis und bei ordnungsgemässer Anwendung in typischen Szenarios sollten diese Schlingen nicht mehr als das 2- bis 3-Fache Körpergewicht halten müssen. Du solltest grundsätzlich Situationen vermeiden, die zu einem Sturz in den Stand oder in deine Selbstsicherung führen könnte. Denn ganz gleich, welche Ausrüstung Du verwendest, das im System verwendete Material ist normalerweise ziemlich kurz und daher nicht in der Lage, bei einem Sturz Energie zu absorbieren, was wiederum zu einem hohen Fangstoss führen kann. Dies kann für Dich, für den Kletterer und für den Anschlagpunkt eine harte Belastung sein. Personal Anchor Systems sind nicht zum Auffangen vom Stürzen geeignet, sondern eine präventive Massnahme.

Sicher ist es Allgemein bekannt, dass Nylon mehr Energie als Dynex absorbieren kann, weil Dynex nicht elastisch ist. Wir haben beschlossen, ein paar schnelle Tests am Fallturm durchzuführen, um zu veranschaulichen, welche unterschiedlichen Belastungen auf einen Anschlagpunkt wirken können – in Abhängigkeit vom verwendeten Material.

Definitionen

Persönliche Absturzschutzsystem (PAS) – ein generischer Begriff für einen Ausrüstungsgegenstand, mit dem Du Dich selbst an einem Anschlagpunkt sichern kannst. Nicht zum Auffangen von Stürzen geeignet.

Sturzfaktor – Errechnet sich aus der Sturzhöhe dividiert durch die Seillänge oder das Bandmaterial, welches im System vorhanden ist.

  • • • Wenn zu zum Beispiel mit einem 1 Meter langen Seilstück am Anschlagpunkt eingebunden bist, auf der gleichen Höhe wie der Anschlagpunkt stehst und stürzt, ergibt sich ein Sturz von 1 Meter Höhe in 1 Meter Seillänge – 1m/1m = Sturzfaktor 1
  • • • Wenn Du 1 Meter über dem Anschlagpunkt stehst und stürzt, ergibt sich ein Sturz von 2 Höhe in 1 Meter Seillänge – 2m/1m =Sturzfaktor 2
  • • • Wenn du mit 1 Meter Seil am Anschlagpunkt eingebunden bist, 50 cm unterhalb des Anschlagpunkts stehst und stürzt, ergibt sich ein Sturz von 50 cm Höhe in 1 Meter Seillänge = Sturzfaktor 0,5

Dynex/Dyneema/Spectra ist aus UHMPE (ultrahochmolekulares Polyethylen) gefertigt, besitzt eine geringe Dehnung, ist hochfest und hat einen geringeren Schmelzpunkt als Nylon. Ich nenne es einfach Dynex, weil es hier bei Black Diamond so üblich ist. In diesem Fall waren alle Muster dieser getesteten Kategorie aus einer Dynex-/Nylon-Mischung gefertigt. Im Allgemeinen ist Dynex weiss und Nylon farbig.

Der Test

Gewährleistungsausschluss

Ich muss an dieser Stelle immer einen Gewährleistungssausschluss anbringen. Der Zweck dieser Spalte ist, auf einige häufig gestellte Fragen einzugehen. Dies soll keine definitive Studie mit abschliessenden Ergebnissen darstellen. Wenn diese Informationen Debatten anregen und dazu führen, dass sich Personen Gedanken zu ihren Aktivitäten in den Bergen machen, ist unser Anliegen bereits erfüllt.

Wir haben beschlossen, zwei Punkte zu testen:

  • 1. Bruchfestigkeit
    • a. der einzelnen Schlaufen
    • b.auf die gesamte Länge
  • Die Bruchfestigkeit ist relativ einfach zu ermitteln und zu verstehen, und ein Punkt, der die Leute interessiert.
  • 2. Dynamische Belastung am Fallturm

  • Ja, ein paar Stürze. Worauf ich hinaus will ist, dass wir diese Ausrüstung hier für den Fall einer FEHLANWENDUNG testen. Richtig gelesen. Wie ich schon weiter oben sagte, Personal Anchor Systems dienen nicht zum Auffangen von Stürzen. Doch was geschieht, wenn diese Situation einmal eintritt?

Bruchfestigkeit – Testaufbau

  • • Wir haben unsere Zugprüfmaschine mit einem Dehnungsweg von etwa 2 m verwendet, bei einer Dehnungsgeschwindigkeit von etwa 8 cm/Minute.
  • • In den meisten Fällen haben wir unsere standardmässigen 10 mm-Stifte verwendet (dies entspricht dem Durchmesser eines Karabiners).
  • • In manchen Fällen haben wir die Schlingen ausserdem mit Ankerstich am Stift oder an der Einbindeschlaufe (z.B. am Klettergurt) getestet.
Girth hitched to 10mm pin
Girth hitched to BOTH tie-in points
Girth hitched to belay loop

 

 

 

Fallturm – Testaufbau

  • • Bei allen Standardprodukten haben wir einfache, 2,5 cm-Stahlstifte auf jeder Testseite (an der Messeinrichtung und am Stahlgewicht) verwendet, d. h. keine Ankerstiche am Klettergurt usw., um Konsistenz zu erreichen und die Variablen zu reduzieren.
  • • Einzelne Seilstücke haben wir mit einem Achterknoten am 2,5 cm-Stahlstift des Gewichts und per Mastwurf am Karabiner an der Messeinrichtung installiert und auf die richtige Länge angepasst. Auf diese Weise würde man sich etwa an einem Anschlagpunkt am Berg einbinden.
  • • Wir haben ein Muster mit 60 cm Länge mit Sturzfaktor 0,5 (30 cm Sturzhöhe) und ein neues Muster mit Sturzfaktor 1,0 (60 cm Sturzhöhe) getestet, d. h. jedes Muster wurde nur ein Mal getestet.
 

Ein weiterer Gewährleistungssausschluss

Die Stürze an unserem Fallturm sind heftig. Sie sind so heftig, dass sie sich nicht wirklich mit einer realen Situation am Fels vergleichen lassen. Wir verwenden ein starres Gewicht aus Stahl, durch das eine hundertprozentige Belastung ausgelöst wird. Wenn eine Person mit einem Klettergurt in dem System stürzt, wird ein Teil der Energie durch den Klettergurt, durch den weichen menschlichen Körper und andere Faktoren absorbiert. Beim Durchführen von Experimenten sollen diese jedoch beliebig wiederholbar sein, daher kommt ein starres, 80 kg schweres Stahlgewicht in einer Führung zum Einsatz. Auf diese Weise können wir vergleichbare Daten ermitteln.

Die Falltests

Da wir beim Testaufbau berücksichtigen wollten, dass Du Dich normalerweise so positionierst, dass Du einen Sturz in den Stand vermeidest, haben wir eine Reihe von Tests mit einer Selbstsicherung von 60 cm Länge und einem ungewollten Sturz in diese Sicherung ausgeführt.

60 cm Selbstsicherung, Sturzfaktor 0,5 und 1

Warum 60 cm? Wie schon weiter oben erläutert, sichere ich mich beim Abseilen in einer Mehrseillängenroute mit zwei 60 cm langen Bandschlingen. Was würde aber passieren, wenn ich nur mit einer Schlinge eingehängt wäre, ausrutsche und die Stand mit einem Sturzfaktor von 0,5 oder 1 belaste? Der Test soll diese Situation simulieren. Um Konsistenz zu erreichen, haben wir alle Ausrüstungsgegenstände usw. bei 60 cm Länge getestet.

Die Muster

Wir haben eine breite, herstellerübergreifende Palette an Mustern getestet. Wir möchten uns an dieser Stelle bei unseren Freunden von Metolius, Sterling, Petzl und Liberty Mountain bedanken, dass wir auch ihre Produkte testen und kaputt machen durften.

Die folgenden Ausrüstungsgegenstände wurden getestet:

  • BD 10mm Dynex Sling
  • BD 18mm Nylon Sling
  • BD Link Anchor System
  • BD 12mm Dynex Daisy Chain
  • BD 18mm Nylon Daisy Chain
  • BD 9.2mm Dynamic Rope
  • BD 10.2mm Dynamic Rope
  • Purcell Prusik – made from 7mm accessory cord
  • –If you’re not familiar – Purcell Prusik
  • Metolius PAS
  • Metolius Alpine PAS
  • Sterling Chain Reactor
  • Petzl Quick Adjust
  • Beal Dynaclip
  • Beal DynaDouble

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ergebnisse – statische Tests

 

Anmerkungen – statische Tests

Statische Tests – einzelne Schlaufen und auf die gesamte Länge

  • • Kommerzielle Produkte, bei denen einzelne Schlaufen eine Kette bilden, sind sehr robust.
    • o Dies trifft nicht auf die eingenähten Schlaufen von Daisy Chains zu, sie werden auch nicht als solches beworben.
  • • Bei den Tests auf die Gesamtlänge schnitten alle kommerziellen Produkte gut ab und entsprachen durchgehend den Angaben der Hersteller, d. h. es sind alle für den normalen Gebrauch geeignet.
  • • Ein Ankerstich an den Einbindepunkten deines Klettergurtes ist fester als ein Ankerstich in deine Sicherungsschlaufe. Mehr dazu weiter unten.
  • • Die seilbasierten Systeme wiesen beim Test auf die gesamte Länge generell eine geringere Bruchfestigkeit, aber immer noch ausreichend Festigkeit für den normalen Gebrauch auf.

Ergebnisse – dynamische Tests

60 cm Selbstsicherung, Sturzfaktor 0,5 und 1

 

 

 

 

 

 

 

Anmerkungen – dynamische Tests

60 cm Selbstsicherung, Sturzfaktor 0,5 und 1

  • • Grundsätzlich führt der Einsatz von Dynex-Produkten zu einem höheren Fangstoss als Nylon-Produkte. Dementsprechend wiesen Seilsysteme den geringsten Fangstoss auf. Ein logisches Ergebnis.
    • o Dynex ist weniger elastisch.
    • o Nylon ist elastisch und absorbiert etwas Energie.
    • o Seile sind darauf ausgelegt, Energie zu absorbieren, was auch in den Ergebnissen reflektiert wird.
    • o Der Purcell-Prusik absorbiert bei seinem Bremsweg ebenfalls Energie, ähnlich gut wie andere seilbasierte Systeme.
  • • Generell resultiert der Sturzfaktor 1 in höheren Belastungen als der Sturzfaktor 0,5. Ebenfalls logisch. Ein härterer Sturz führt zu einer höheren Belastung. Dies wirkt sich beim Einsatz von Seilen oder seilbasierten Systemen weniger deutlich aus, da Seile darauf ausgelegt sind, in einer dynamischen Belastungssituation Energie zu absorbieren.
  • • Beim Test einer Daisy Chain rissen die einzelnen Schlaufen nacheinander auf, wobei sie Energie absorbierten und einen relativ geringen Fangstoss verursachten.

 

Zusammenfassung

Statische Tests

  • 1. Alle getesteten persönlichen Absturzschutzsysteme bieten ausreichend Festigkeit für ihren zweckgemässen Einsatz – die Selbstsicherung gegen Absturz.
    • a. Die Bruchfestigkeit dieser Systeme rangiert zwischen 10 kN (seilbasierte Systeme) bis fast 30 kN. Zum Vergleich – Karabiner besitzen eine Bruchfestigkeit von 20 kN, die Mindestanforderung an Camalots beträgt 5 kN und 2 kN an Klemmkeile. Diese Anschlagsysteme und dazugehörigen Seile besitzen durchgehend eine hohe Bruchfestigkeit.
  • 2. Die eingenähten Schlaufen einer Daisy Chain sind schwach und nicht auf Bruchfestigkeit ausgelegt. Wenn Du Dich in einer Daisy Chain einhängst, darfst Du nicht davon ausgehen, dass Du eine verlässliche Sicherung hast.
  • 3. Bei einem Ankerstich in deinen Klettergurt solltest Du die Einbindeschlaufen verwenden und nicht die Sicherungsschlaufe. Mehr dazu später.

Dynamische Tests

  • 1. Dynex ist nicht elastisch und führt zu einem höheren Fangstoss. Ein Sturz mit dem Faktor 1 in eine 60 cm lange Dynex-Bandschlinge wird definitiv schmerzhaft ausfallen.
  • 2. Je mehr Nylon in das System verwoben ist, desto mehr Energie kann es absorbieren, wodurch der Fangstoss reduziert wird. Bei einem Sturz in einer 60 cm lange Nylon-Bandschlinge macht das einen grossen Unterschied.
  • 3. Die verketteten Schlingen aus Dynex besitzen eine höhere Bruchfestigkeit als die aus Nylon, führen jedoch bei dynamischen Tests zu höheren Fangstössen. Klar, Dynex ist hochfest aber nicht elastisch.
  • 4. Beim Einsatz von Seilen oder seilbasierten Systemen treten die geringsten Fangstösse auf. Wenn Kolin also in einer Mehrseillängenroute das Kletterseil als Selbstsicherung verwendet und dann in den Anschlagpunkt stürzt, wird das nicht allzu weh tun.
  • 5. Auch wenn die vernähten Schlaufen einer Daisy Chain beim Aufreissen viel Energie absorbieren, ist es nicht empfehlenswert, eine Daisy Chain als Falldämpfersystem zu verwenden. Schon bei geringer Belastung könnte eine Schlaufe der Daisy Chain reissen, Du machst Dir vor Schreck fast in die Hose und deine Daisy Chain ist kaputt. Und – wie schon vorangehend erwähnt – die Gefahr, dass Du die Daisy Chain falsch einhängst, ist leider hoch (siehe Video). Daisy Chains sind nur zum technischen Klettern gedacht.

Weitere Tests

Wie schon gesagt sind das noch keine abschliessenden Ergebnisse. Ein ehrgeiziger Maschinenbaustudent könnte vermutlich eine ganze Diplomarbeit zu diesem Thema verfassen, mit Varianten dieser Tests, wie zum Beispiel:

  • • zusätzliche Datenpunkte bei ähnlichen Konfigurationen
  • • Tests bei Längen über 60 cm
    • o wir haben einige dieser Tests durchgeführt aber hier aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht aufgenommen
  • • Sturzfaktor 2
    • o Expertenrat: Stürze nicht mit Faktor 2 in dein persönliches Absturzschutzsystem – einige haben bei unseren Tests versagt.
  • • teste mit realen Bedingungen (z. B. inklusive Klettergurt)
  • • mehr Vergleich der Festigkeit eines Ankerstichs am Klettergurt oder an 2,5 cm-Stahlstiften
  • • etc. usf.

Expertenrat

Oft werde ich gefragt, ob es besser ist, eine Bandschlinge oder Personal Anchor Systems an den Einbindepunkten oder an der Sicherungsschlaufe des Klettergurts per Ankerstich zu befestigen. Bei Black Diamond empfehlen wir, den Ankerstich durch die beiden Einbindepunkte zu führen.

LINK INSTRUCTIONS

Der Grund:

Ich halte mich an die Faustregel der ACMG (Association of Canadian Mountain Guides): Sicherungsschlaufe für Metall (Karabiner) und Einbindepunkte für Textilgewebe (Seile und Bandschlingen). Auf diese Weise bleibt die Sicherungsschlaufe für ihren eigentlichen Zweck frei – das Sichern.

Wenn Du Deine Selbstsicherung an der Sicherungsschlaufe befestigst, schränkst Du ausserdem ihre Bewegungsfreiheit ein. Dies kann eine stärkere, nicht sofort erkennbare Abnutzung auf der Unterseite der Schlaufe verursachen. Schlimmstenfalls kann dies zu einem schlimmen Unfall führen, wie vor vielen Jahren im Falle von Todd Skinner, der quasi ständig eine Daisy Chain mit Ankerstich an seiner Sicherungsschlaufe befestigt hatte, die schliesslich durchscheuerte.


Besonderer Dank

Ein besonderer Dank gilt Matt Berry, Mitarbeiter unser BD Quality Engineer Crew, der seinen Nachmittag auf dem Fallturm verbrachte und die Muster für uns kaputt machte. Ein weiterer Materialzerstörer, ebenfalls mit dem Namen Matt, verwendete seine Zugprüfmaschine zu diesem Zweck.

Und nochmals ein Dankeschön an Metolius, Sterling, Petzl und Liberty Mountain, die uns ihre Absturzschutzsysteme zum Testen anvertrauten.

Fazit

Ich bleibe bei der alten Garde und werde weiterhin mein Seil als Selbstsicherung am Stand verwenden, einfach weil ich es immer dabei habe. Wenn Du aber ein Kletterer bist, der die zusätzliche Sicherheit eines Personal Anchor Systems schätzt, solltest Du immer daran denken, dass diese Systeme nicht zum Auffangen von Stürzen geeignet sind. Stürze in solche Systeme sind meistens schmerzhaft.

 

Pass gut auf dich auf,

KP


Featured Gear

Comments